“Ihr habt eine schicke Funktion, aber kein Produkt gebaut“, so äußerte sich der inzwischen verstorbene Apple Gründer Steve Jobs bei einem Treffen im Jahr 2011 kurz vor seinem Tod gegenüber dem Gründer der Datenspeicherplattform Dropbox Drew Houston. Doch Jobs wäre nicht Jobs gewesen, hätte er nicht gleichzeitig Houston intensive Avancen gemacht und ihm den Verkauf seines noch jungen Start-ups an Apple schmackhaft gemacht. Jobs erkannte frühzeitig die smarte und komfortable Speicherlösung von Dropbox, die sich nahtlos in die Betriebssystemoberflächen von Apple und Microsoft in Form einer aufgeklappten Kartonschachtel bei Millionen von Nutzern eingenistet hatte. Bis zu vier Milliarden Dollar bot damals der Apple Chef den Gründern für ihr erst wenige Jahre altes Start-up. Doch Houston lehnte das Angebot charmant ab, obschon Jobs ihm mit auf den Weg gab, dass er Dropbox „killen“ würde. Doch rund sieben Jahre später ist aus dem Start-up Dropbox ein führendes Cloudunternehmen geworden mit inzwischen über 500 Millionen Nutzern und einem Umsatz von rund einer Milliarde Dollar. Bereits in 2014 wurde Dropbox vorbörslich von Risikokapitalgebern mit rund 10 Milliarden Dollar bewertet. Nachdem das vergangene IPO-Jahr sowohl für die Investmentbanken an der Wallstreet, als auch für die Start-ups im Silicon Valley alles andere als rosig war, man denke nur an den verpatzten Börsengang des Facebook Konkurrenten SnapChat, ist die ganze Branche geradezu elektrisiert, seit vor wenigen Tagen über die Nachrichtenagentur Bloomberg durchsickerte, dass Dropbox vertraulich die Dokumente für einen IPO eingereicht habe. Demnach plant der Dokumentenspeicheranbieter noch in der ersten Jahreshälfte den Gang an die Wall Street. Angeführt wird der Börsengang von niemand geringerem als Goldman Sachs und J.P. Morgan. Beide Investmentbanken haben bereits in früheren Jahren mit Dropbox auf der Kapitalmarktseite eng zusammengearbeitet. Erfreulich für Anleger ist, dass Dropbox bereits einen positiven Cashflow generiert. Entscheidend für einen erfolgreichen Börsengang wird sein, ob sich Dropbox gegen seine hartnäckigen Konkurrenten wie Apple, Google, Microsoft und Box durchsetzt und welcher Preis beim IPO für die Aktien aufgerufen wird.

Nachdruck aus Börse Online

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