„Für eine gute Zukunft braucht es Elektrofahrzeuge, Solarstrom und (natürlich)…“ so kündigte Elon Musk, Chef von Tesla, über Twitter das neue mit großer Spannung erwartete Produkt des Unternehmens eine „Batterie für den Haus- und Firmengebrauch an“. „Powerwall“ heißt das Produkt in schickem Tesla Design und kostet zwischen $3.000 und $3.700. Dieses fehlende Puzzlestück in Musks Imperium hat eine Schlüsselfunktion von großer Tragweite, die weit über Tesla hinaus reicht. Ist Tesla nun eine Batterfirma wie das führende Silicon Valley Magazin Wired titelte? Tesla ist weit mehr – Tesla wird zu einer innovativen Energiefirma! Das Tesla eigene weltweite Netz an Ladestationen („Supercharger“), die für Tesla Fahrer ein dauerhaft kostenloses betanken ermöglichen, bilden zusammen mit den Tesla-Autos und deren Batterien sowie den neuen Powerwall Batterien für Haushalte ein intelligentes Stromnetz.

Elon Musk ist nicht nur Chef von Tesla sondern auch Aufsichtsratsvorsitzender des größten amerikanischen Solarinstallateurs Solar City. Damit verfügt er nun über einen exzellenten Vertriebskanal für seine Heimbatterie. Die Batterie kann sich für Haushalte schnell rechnen, löst sie doch das Problem der Speicherung regenerativer Energien und bietet die Möglichkeit überschüssige Energie, die im Tagesverlauf durch die starke Sonneneinstrahlung entsteht in den Abend- und Nachtstunden zu nutzen. Flexiblere Einspeisetarife für Ökostrom könnte die Speicherung zu einer lukrativen Angelegenheit werden lassen.

Tesla baut gemeinsam mit dem japanischen Elektronikkonzern Panasonic unter dem Namen „Gigafactory“ die weltweit grösste Elektrobatteriefabrik. Musks Ziel ist die Preise für Elektrobatterien durch die Massenfertigung massiv zu senken und gleichzeitig die Nachfrage nach Elektroautos und Batterien stark in die Höhe zu treiben. Analysten der Deutschen Bank gehen von 129.000 verkauften Tesla Autos in 2017 aus, bis 2020 sollen es gar 500.000 Einheiten sein. Auch der Batteriemarkt für den Hausgebrauch wächst stürmisch. Analysten von GMT Research sehen den Markt bis 2019 auf über $1,5 Mrd. ansteigend.

Analysten haben nachgerechnet und die Produktionskapazität von Teslas Gigafactory mit aktuellen Batteriepreisen multipliziert. Tesla verlangt aktuell $4.000 für eine 10KWh Batterieaufrüstung. Eine KWh entspricht damit $400, eine GWh entspricht 1 Million KWh. Teslas Produktionskapazitäten in der neuen Batteriefabrik sollen sich auf insgesamt 50 GWh jährlich belaufen. Dies wäre nach aktuellem Stand gleichbedeutend mit einem Umsatz im Batteriegeschäft von $20 Mrd. jährlich.

Auch wenn die Batteriepreise deutlich nach unten gehen werden und die Nachfrage nach Tesla Autos und Batterien Schwankungen unterworfen sind stellen die Hochrechnungen Tesla in einem ganz neuen finanziellen Licht dar.

Geht Musks Strategie mit Tesla auf, so kann er zukünftig von der Energieerzeugung über Speicherung bis hin zur Ladesäule ein intelligentes „Smart Grid“ Energieunternehmen des 21. Jahrhunderts vorweisen. Möglicherweise muss man sich den 30.04.2015, den Tag der Vorstellung der Powerwall Batterie, als historischen Tag für die Energiewende ganz dick im Kalender anstreichen.

Vielleicht wird er eine ähnliche Bedeutung bekommen wie der 07.01.2007 mit der Ankündigung des ersten iPhones durch Steve Jobs, der damit die Telekommunikation revolutionierte. Der Aktienkurs von Apple hat sich seitdem mehr als verzehnfacht. Musk geht mit seinen Ambitionen für Tesla einige Schritte weiter. Teslas Ausblick könnte noch rosiger und damit renditeträchtiger werden als bei Apple.

Menü