Just zum 20jährigen Geburtstag des Suchmaschinenriesen Google geht mit der Cloudfirma Elastic ein Unternehmen an die Börse, das sich in seinem vor wenigen Tagen vorgelegten IPO-Prospekt als „Suchunternehmen“ bezeichnet. Auf den ersten Blick klingt dies nach einem schlechten Aprilscherz oder gar einem Himmelfahrtskommando, ist doch die Suche über Google ob über den PC oder das Smartphone so allgegenwärtig, dass Google über einen weltweiten Marktanteil von über 90 Prozent verfügt. Elastic mit seiner Suchmaschinentechnologie Elasticsearch schickt sich nun durch einen ganz eigenen Ansatz an, im Schatten des Giganten Google ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen. Elastic mit seiner Suchmaschine Elasticsearch wurde 2012 gegründet und erhielt von renommierten Silicon Valley Geldgebern über 120 Mio. Dollar Risikokapital. Der für gewöhnlich gut unterrichtete Silicon Valley Branchendienst Recode taxiert das Unternehmen nun vorbörslich auf 1,5 – 3 Milliarden Dollar. Im Gegensatz zu Google, deren Geschäftsmodell auf dem Verkauf von Werbung fußt, vertreibt Elastic seine Suchmaschine an renommierte Internetunternehmen wie Uber, Netflix, Ebay, Yelp, Wikipedia und Xing. „Die Suche ist grundlegend für eine Vielzahl von Erfahrungen. Elastic macht die Leistungsfähigkeit der Suche – die Fähigkeit, relevante Informationen und Erkenntnisse aus großen Datenmengen sofort zu finden – für eine Vielzahl von Awendungen und Anwendungsfällen verfügbar“, so Elastic in seinem IPO-Prospekt. Der Vertriebsansatz von Elastic fußt auf dem OpenSource Gedanken, d.h. die Basissoftware kann von Entwicklern und Unternehmen gratis downgeloaded werden. Entsprechend rasend schnell über Mundpropaganda verbreitete sich die Software und wurde bisher mehr als 100 Mio. mal heruntergeladen. Elastic erhebt für Premium-Produkte und -Funktionen einen Aufpreis und erzielt darüber Erlöse. Das Unternehmen verzeichnete in den Geschäftsjahren 2017 und 2018 Nettoverluste in Höhe von jeweils ca. 52 Mio. Dollar. Der Umsatz stieg allerdings zwischen dem Geschäftsjahr 2017 und 2018 rasant um 81% von 88,2 Mio. auf 159,9 Mio. Dollar. Als Ritterschlag darf die Vereinbarung mit Erzrivale Google bezeichnet werden. Über deren Google Cloud Plattform wird Elasticsearch inzwischen auch angeboten.

Nachdruck aus Börse Online

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