Die Wall Street in New York gilt als Inbegriff des Kapitalismus. Das Gegenstück dazu, das Zentrum für Venture Capital und für die Finanzierung junger Start-up- und Technologieunternehmen, ist an der Westküste mitten im Silicon Valley in Menlo Park die Sand Hill Road. Entlang der exklusiven Straße sind praktisch alle wichtigen Risikokapitalgeber aufgereiht. Die Sand Hill Road liegt strategisch günstig nur einen Steinwurf gegenüber der Stanford Universität. Auf kurzem Wege lassen sich so schnell Finanzierungen für neue Ideen umsetzen. Über die Jahrzehnte hat sich so ein vertrauliches Finanznetzwerk mit einem inneren Machtzirkel etabliert, die die interessantesten Deals meist unter sich ausmachen.

Für Außenstehende bisher eine nahezu unneinnehmbare Festung. Doch der SoftBank Gründer und CEO Masayoshi Son will dies nun ändern. Son bekannt dafür, dass er immer in großen Dimensionen denkt und handelt hat unter Führung seines Unternehmens den SoftBank Vision Fund mit einem Volumen von 100 Milliarden Dollar aufgesetzt. Den größten Technologiefonds aller Zeiten. Neben Softbank reihen sich so namhafte Investoren wie das Königreich von Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Apple, Foxconn, Qualcomm und Sharp in die Investorenliste ein. Für Son ist klar, dass Technologie der Schlüssel zur Lösung der großen Herausforderungen der Menschheit darstellt. Haupttreiber ist die nächste Stufe der Informationstechnologierevolution befeuert durch die Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz.

Der Fonds hat folgerichtig Investitionen in den Bereichen künstliche Intelligenz, Robotik und Internet der Dinge im Fokus. Allein im aktuellen Jahr tätigte der Fonds bereits Investitionen in 23 Unternehmen, davon lagen acht Transaktionen sogar im Milliardenbereich. Großes Aufsehen erregte zuletzt die Beteiligung an dem Messaging-Dienst Slack, einer Art WhatsApp für Firmenkunden. Der Vision Fonds investierte 250 Mio. Dollar bei einer Bewertung von 5,1 Millarden Dollar. Son bringt damit nicht nur die Hackordnung im Valley durcheinander sonder sorgt auch dafür, dass attraktive Börsenkandidaten ihren IPO zum Nachteil der Anleger immer weiter nach hinten schieben.

Nachdruck aus Börse Online

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