Israel und das Silicon Valley sind auf vielfältige Weise eng verbandelt. Junge Israelis kommen in ihrer Miliärausbildung mit modernstem Hightech-Gerät in Berührung. Infolgedessen gründen viele von ihnen Start-ups und wandern wegen der engen Beziehung dann ins Silicon Valley ab. Dort ist es einfacher, Risikokapital in erheblichem Umfang zu sammeln. Die Innovationsschmiede Israel und die Geldmaschine Silicon Valley: eine ideale Kombination. Bisher im Blickfeld war der Sektor Cyber Security. Checkpoint Software, der Pionier auf diesem Sektor, ist seit 1996 an der NASDAQ gelistet und unterhält einen Doppelsitz seiner Zentrale in Israel und in Kalifornien. Israels Forscher und Unternehmen verfügen auch auf dem Gebiet der Netzwerk- und Chiptechnik über exzellente Produkte. Folgerichtig kommen diese Unternehmen nun ins Visier der amerikanischen Top-Player. Intel hat bereits vor zwei Jahren mit seiner 15 Mrd. Dollar schweren Übernahme von Mobileye, einem Spezialisten für Fahrerassistenzsyteme, für Schlagzeilen gesorgt. Im Kampf um den lukrativen Markt für Cloud Datencenter hat Intel gegenüber seinem Erzrivalen Nvida in einem Bieterkampf den Kürzeren gezogen. Der Chip Spezialist für künstliche Intelligenz und Grafikkarten übernimmt für sieben Mrd. Dollar Mellanox, einen führenden Anbieter von Netzwerklösungen für Cloud Datencenter.

Der Anstieg von großen Datenmengen und künstlicher Intelligenz hat zu einer beispiellosen Nachfrage nicht nur nach schnelleren Prozessoren, sondern auch nach Netzwerkverbindungen geführt. Mellanox ist die Nvidia des Networking, seine Adapter versorgen die schnellsten Supercomputer der Welt. Mit Mellanox wird Nvidia die weltweit führenden GPU- und Netzwerk-Designteams unter einem Dach vereinen. Intel nutzte bisher geschickt seine Vormachtstellung bei Mikroprozessoren, um auch den boomenden Markt für Rechenzentren zu dominieren. Folgerichtig ist Intel in diesem Segment mit einem Umsatz von 23 Mrd. Dollar klarer Marktführer. Nvida und Mellanox kommen zusammen auf vier Mrd. Dollar. Die Karten könnten damit neu gemischt werden,. Nicht umsonst überschrieb der frühere Intel-Chef Andy Grove, übrigens jüdischer Abstammung, seine Erfahrungen im High Tech Tal mit dem Titel „Only the paranoids survive“.

Nachdruck aus Börse Online

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