Aldous Huxley beschrieb bereits 1932 in seinem Weltbesteller Roman „Brave New World“ eine „Schöne neue Welt“ im Jahr 2540 n. Chr. in der perfekter Wohlstand herrscht, aber auch durch genetische Veränderung rund die Hälfte der Menschheit zu Arbeitssklaven mutiert wurden. Mark Zuckerberg hat mit seinem Facebook-Imperium eine digitale Parallelwelt geschaffen und vereint nahezu zwei Milliarden Menschen auf seiner Plattform. Nun schickt er sich an Facebook zum Trendsetter der virtuellen Welten zu machen.

Letzte Woche präsentierte er auf seiner hauseigenen Entwicklerkonferenz f8 unter dem Motto „Act 2“ seine Vision wie wir Menschen zukünftig auf seinen Plattformen ganz neu miteinander interagieren werden. Die Zauberwörter dabei heißen Virtual Reality und Augmented Reality. Bereits vor drei Jahren erregte Zuckerberg großes Aufsehen als er das kleine Virtual Reality Start-up Oculus Rift für zwei Milliarden Dollar kaufte. „Die Geschichte unserer Industrie lehrt uns, dass dass es alle zehn bis 15 Jahre eine neue Tech-Plattform gibt: PCs, Internet, Mobile. Mobile ist die Plattform von heute, mit Virtual Reality steht ein nächster Sprung an, der uns völlig neue Erfahrungen bietet“, sagte Zuckerberg damals.

Die Technologie ist für viele „the next big thing“. Die Menschen sehen und erleben, wie die analoge mit der digitalen Welt verschmilzt. Die Experten der Citygroup rechnen für 2025 mit einem globalen VR-Markt von 569 Milliarden Dollar. Zuckerberg hat erkannt, dass die Menschen auf seinen Plattformen immer mehr Bilder und Videos teilen und der Textanteil zurückgeht. Dementsprechend war es nun folgerichtig, dass er auf seiner Entwicklerkonferenz als „Act 2“ die erste Augmented Reality Plattform für den Breiteneinsatz vorstellte. Programmierer sollen über die offene Plattform die Möglichkeit haben Anwendungen zu entwickeln ohne zunächst eine Kamera zu bauen und zu schauen dass sie genutzt wird. Damit feuerte er eine Breitseite gegen den Erzrivalen Snapchat ab, der sich beim Börsengang als Kamera Unternehmen bezeichnete. Facebooks grosse Fortschritte im Bereich künstlicher Intelligenz und die gigantische Nutzerbasis von 2 Milliarden könnten der Schlüssel für Zucks „Schöne neue Welt“ sein.

Nachdruck aus Börse Online