In der vergangenen Dekade drehte sich in der Silicon Valley Techwelt alles um „Mobile First“ – mit dem Smartphone im Mittelpunkt. Die nächsten zehn Jahre werden von künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence) und damit von „AI first“ geprägt sein, so Google Chef Sundar Pichai. Während die deutschen Autokonzerne wie BMW und VW erste Schritte in Richtung Mobilitätsunternehmen mittels selbstfahrenden Autos unternehmen haben die großen Vier der Techszene, also Alphabet, Amazon, Apple und Facebook in der jüngsten Vergangenheit bereits massiv in das Thema künstliche Intelligenz und in die Akquise führender Köpfe investiert. Das maschinelle Lernen, ein Teilsegment der künstlichen Intelligenz, hat in den letzten Jahren massiv an Dynamik gewonnen. Wesentlicher Treiber für die rasanten Fortschritte sind die massiv gestiegenen Rechenleistungen. Neue Prozessoren des Grafikchipspezialisten Nvidia sind in der Lage eine 60fach schnellere Verarbeitung beim maschinellen Lernen zu erzielen, als noch vor drei Jahren. Nicht ohne Grund gehört die Nvida Aktie zu den Highflyern in 2016, erfreuen sich die Chips doch großer Nachfrage bei rechenintensiven Anwendungen wie autonomes Fahren oder Virtual Realty. Dazu kommt das explosionsartige Wachstum der digitalen Datenerzeugung. Die Menschheit produziert aktuell 2.300 Mio. Gigabytes an Daten. Dies alles spielt sich in der Cloud ab und somit können die Cloud Könige wie Google heute schon einfach zu bedienende Dienste für die Gesichts- und Objekterkennung oder die Spracherkennung anbieten. Auch das Investoreninteresse für künstliche Intelligenz ist gewaltig. Der führende Startup Datendienstleister CB Insights ermittelte kürzlich, dass in den letzten fünf Jahren insgesamt 140 Startups aus dem AI-Umfeld von etablierten Unternehmen aufgekauft wurden. An erster Stelle der Käufer rangiert mit elf Übernahmen seit 2011 Google. Der Börsenaspirant UBER will dem nicht nachstehen und hat diese Woche mit der Übernahme des AI-Startups Geometric Intelligence seinen Anspruch untermauert sich vom führenden Mobilitätsanbieter zum führenden künstlichen Intelligenz Unternehmen zu entwickeln und damit zu den „Big Four“ aufzuschließen und den deutschen Autokonzernen wieder die Rücklichter zeigen.

Nachdruck aus Börse Online