Für Silicon Valley Investoren sind Börsengänge das eigentliche Salz in der Suppe. Gründer und Risikokapitalgeber haben die Möglichkeit ihre Anteile zu Geld zu machen und damit wieder in den nächsten Technologiezyklus zu investieren. Ein finanzielles Perpetuum Mobile, das fast wie eine virtuelle Geldschöpfung klingt. Für Börsianer ist es zudem eine gute Gelegenheit sich an neuen interessanten Geschäftsmodellen zu beteiligen. Nach zehn Jahren Bullenmarkt und unabänderlich steigenden Kursen, angetrieben durch die Technologiewerte, hat die seit Oktober eingesetzte Korrektur an den Märkten dazu geführt, dass bei IPO-Kandidaten und Investmentbanken nun mit Hochdruck an prominenten Börsengängen für 2019 gearbeitet wird. Die bekannte Investorendatenbank für Startups und vorbörsliche Beteiligungen Crunchbase brachte die Strategie letzte Woche mit der Schlagzeile „Rausgehen, solange es noch Sommer ist“ auf den Punkt. Nicht ohne Grund haben die beiden mit Spannung erwarteten Fahrdienste Uber und Lyft kurz vor Weihnachten ihre Börsensprospekte vertraulich bei der Wertpapieraufsicht eingereicht. Beide verbrennen nach wie vor massiv Geld in beeindruckender Geschwindigkeit: Uber verlor allein im dritten Quartal 1,07 Mrd. Dollar und Lyft etwa 254 Mio. Dollar und dies bei vorbörslich kolportierten Bewertungen von 120 Mrd. Dollar für Uber und 30 Mrd. Dollar für Lyft. Für Unternehmen, die einen positiven Cash-Flow aufweisen, wie der Zimmervermittler AirBnB oder das geheimnisumwitterte Big Data Unternehmen Palantir des Startinvestors Peter Thiel, besteht hingegen mehr Flexibilität bei der Wahl des richtigen Zeitfensters. Weitere milliardenschwere IPO-Kandidaten sind prominente Namen wie die eCommerce Plattform Pinterest, der Lebensmittellieferservice Instacart und der explosionsartig wachsende Discount Broker Robinhood. Mit dem Webhoster Rackspace, dem Whats App für Firmenkunden und Entwickler Slack sowie dem Internet Infrastrukturunternehmen Cloudflare bieten sich auch für Anleger mit einer Vorliebe für B2B-Geschäftsmodelle interessante IPO-Perspektiven. Während der Gesamtmarkt 2018 deutlich Federn ließ, lag die Wertenwicklung der rund 50 IPOs kumuliert immerhin lediglich bei einem knappen Minus von 0,4%.

Nachdruck aus Börse Online

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