Nachdem Facebook Chef Mark Zuckerberg das Unternehmen nach dem Börsengang erfolgreich auf die Mobile Welt und auf Profitabilität ausgerichtet hat greift er nun nach dem „next big thing“. Mit Hilfe des im letzten Jahr für $2Mrd. erworbenen Startups Oculus Rift möchte er nach der online Welt auch die virtuelle Welt für sein Imperium erschließen. Bereits im zweiten Quartal 2016 soll mit Oculus Touch eine Datenbrille auf den Markt kommen, die Anwendern mittels spezieller Controller nicht nur ein Eintauchen in virtuelle Welten sondern auch die Interaktion mit ihrer Umgebung ermöglichen. Facebook Nutzer können sich mit den Oculus Datenbrillen komfortabel mit Freunden und Bekannten an interessanten Orten virtuell treffen. Ein Kurztrip nach London und ein Blick auf Big Ben wird damit realitätsnah ohne Reisestress vom heimischen Wohnzimmer aus möglich. Zusätzlich wird der Anwender über ein spezielles Zusatzprogramm eigene Objekte für seine persönliche virtuelle Welt erstellen können. Von der Öffentlichkeit unbemerkt hat Facebook über Oculus im Mai diesen Jahres das Startup Surreal Vision gekauft. Es arbeitet an Technologien welche reale Umgebungen in Echtzeit in virtuelle Umgebungen umwandeln können. Gelingt dies, wäre es der Durchbruch reale mit virtuellen Welten zu verschmelzen und eine Art Google Maps für den 3D-Raum zu schaffen. Lange wurde spekuliert, dass Facebook ein eigenes Smartphone auf den Markt bringt. Mit der Datenbrille Oculus Rift verfügt Facebook nun über das langersehnte Hardware Produkt und setzt auf die nächste Technologieinnovation. Marktforscher gehen davon aus, dass der Virtual Reality Markt bis 2018 auf $5,2 Mrd. bei jährlichen Wachstumsraten von 30% p. A. ansteigt. Google und Samsung experimentieren ebenfalls mit Virtual Reality Produkten. Aber ähnlich wie Apple Hard- und Software in einzigartiger Weise verbindet, könnte Facebook die Datenbrille mit seiner dominierenden App Familie bestehend aus Facebook, Whats App, Messenger und Instagram optimal aufeinander abstimmen und damit ein neues digitales Ökosystem schaffen. Ganz nebenbei ließen sich durch virtuelle Begegnungen auch jede Menge Treibhausgase einsparen, positiv fürs Klima.

Nachdruck aus Börse Online