Der milliardenschwere Börsengang von Snap und die kurzfristige Euphorie um das erst wenige Jahre alte Start-up hat viele Auguren wieder an die Börseneuphorie um die Jahrtausendwende erinnert. Doch auf den zweiten Blick ergibt sich ein differenzierteres Bild: Das Silicon Valley hatte nach langer Zeit endlich einen großen Zahltag. Die Gewinner sind die Gründer, Mitarbeiter und die Risikokapitalgeber.

Das Valley ist eine einzigartige Geldmaschine. Eine Art Perpetuum Mobile. Vieles von den Gewinnen wird nun wiederum in neue Start-ups reinvestiert und bleibt nicht auf einem niedrigverzinsten Geldmarktkonto liegen. Das Valley könnte also einen neuen Innovationsschub bekommen. Zusätzlich ist nun das Fenster für weitere Tech-IPOs weit offen. War 2016 trotz guter Börsenentwicklung ein schlechtes Jahr für Valley IPOs so könnte sich nun eine Trendwende abzeichnen. Immerhin stehen rund 200 Start-ups mit so bekannten Namen wie der Zimmervermittler AirBnB, Peter Thiels sagenumwobene Big Data Firma Palantir oder auch der Fahrdienstvermittler Uber in den Startlöchern für ein IPO. Allein die drei genannten Unternehmen bringen vorbörslich zusammen mehr als 100 Milliarden Dollar an aktuellem Firmenwert auf die Wage.

Wie schon mehrfach an dieser Steller erläutert sollten Anleger ein Auge auf das spannende Segment der Neuemissionen im Unternehmenssoftwaremarkt werfen. Diese Unternehmen profitieren von dem Megamarkt Cloud-Computing. Einer dieser Kandidaten ist MuleSoft die in der vergangenen Woche ihre IPO-Roadshow gestartet haben. Das Unternehmen aus San Francisco verfügt über mehr als 850 Mitarbeiter und zählt zu seinen Kunden bekannte Marken wie Gap, Unilever, Netflix und Spotify. Die Software von Mulesoft erlaubt Firmenkunden ihre verschiedenartigen Geschäftsanwendungen intelligent zu verknüpfen. Damit verbessert sich der Informationsfluss im Unternehmen bei gesteigerter Produktivität. Das schlägt sich auch positiv in den Zahlen von Mulesoft nieder: Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 stieg der Umsatz um 70 Prozent auf 200 Millionen Dollar, davon allein 150 Millionen Dollar aus Abo-Gebühren. Im Gegensatz zu Snap verfügt Mulesoft über ein solides und nachhaltiges Geschäftsmodell.

Nachdruck aus Börse Online

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