Wenn Tausendsassa Elon Musk meist über seinen Twitter Account wieder einmal ein neues Tesla Modell, einen Raktenstart seiner Raumfahrtfirma SpaceX oder Fortschritte an seiner Batteriefabrik Gigafactory vorstellt ist ihm die weltweite Aufmerksamkeit der Medien und Börsianer sicher. Selbst Fachexperten fragen sich, wie kann jemand wie Musk gleich mehrere komplexe Branchen wie die Auto-, Raumfahrt- und Energiebranche nahezu gleichzeitg revolutionieren, obschon es in diesen Segmenten über Jahrzehnte wenig Fortschritte gab.

Musk setzt bei all seinen Vorhaben auf digitale Technologien und dabei bevorzugt auf Softwarelösungen, die ihn bereits als Unternehmer mit PayPal zur Legende gemacht haben. Das Silicon Valley Urgestein Autodesk liefert Musk die Software, um alle seine Ideen vorab im digitalen 3D-Raum zum Leben zu erwecken. Autodesk ist bekannt als Hersteller von CAD-Software, die die Reißbretter beim technischen Zeichnen überflüssig gemacht haben. Hinter Autodesk steht mit Carl Brass ein CEO der ähnlich visionär wie Musk denkt. Brass gründete 1981 eine Computergrafik Firma, die 1993 von Autodesk gekauft wurde. Im Jahr 1999 verließ er Autodesk und kam aber 2006 als CEO zurück. Seither transformierte er Autodesk von einem 2D-Hersteller von Konstruktionssoftware zu einem 3D-Design Unternehmen.

Die Liste der Kunden und Projekte von Autodesk sind vielfältig und lang: Angefangen vom Shanghai Tower mit 128 Stockwerken das höchste Gebäude Chinas, über Statoils Offshore Ölplattformen, Tesla Autos bis hin zu Blockbuster Filmen und Video Spielen. Die steigende Rechenleistung der Computer macht es möglich, dass praktisch alle Produkte zuerst in virtueller Umgebung enstehen und dort das Laufen lernen. Die Experten sprechen deshalb auch von einem „digitalen Zwilling“. Autodesk ist einer der großen Profiteure des Megatrends Industrie 4.0, also der digitalen Vernetzung der Produktion. Doch Visionär Brass denkt weiter: Mehr als 30 Millionen Nutzer besuchen jeden Monat die Autodesk Community „Instructables“, auf der sich Erfinder und Konstrukteure austauschen können. Autodesk Aktionäre haben daran ihre Freude: Der Aktienkurs des Unternehmens hat sich innerhalb der letzten fünf Jahre folgerichtig nahezu vervierfacht.

Nachdruck aus Börse Online