Das Silicon Valley steht in der Regel für High-Tech IPOs hinter denen sich meist Start-ups mit revolutionären neuen Technologien verbergen. Aktuell nutzen mit Eventbrite und Survey Monkey zwei Unternehmen aus dem Online Dienstleistungssektor die Gunst der hohen Bewertungen für Hightech Werte. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit haben Sie als Leser die Dienste beider Unternehmen bereits in Anspruch genommen. Eventbrite ist eine der führenden Online-Ticket-Plattformen, Survey Monkey eine Plattform für die Durchführung von Online-Umfragen. Beide Unternehmen verfügen über starke Marken und einen hohen Bekanntheitsgrad. Doch reicht dies für ein erfolgreiches IPO und eine prosperierende zukünftige Unternehmens- und Aktienkursentwicklung? Wie die jeweiligen Börsenprospekte verdeutlichen, produzieren beide Unternehmen noch hohe Verluste, obschon sie über ein Jahrzehnt, Survey Monkey gar bereits seit 18 Jahren am Markt operieren und jeweils von renommierten Silicon Valley Risikokapitalgebern mit dreistelligen Millionenbeträgen zugeschüttet wurden. Eventbrite erzielte in 2017 einen Umsatz von rund 200 Mio. Dollar. In der ersten Hälfte dieses Jahres meldete die Ticketplattform einen Verlust von 15,6 Mio. Dollar. Eventbrite setzte zuletzt seine Kriegskasse für eine internationale Übernahmewelle von Wettbewerbern ein. Allein für die Plattform Ticketfly legte Eventbrite 200 Mio. Dollar auf den Tisch. Im vergangenen Jahr wurden drei Millionen Events gebucht und 203 Millionen Tickets für 700.000 Event-Ersteller in 170 Ländern ausgegeben. Eventbrite verdient mit jedem Ticketverkauf durch eine Transaktionsgebühr, die sich am Ticketpreis orientiert. Damit ähnelt das Geschäftsmodell dem von Kreditkartenunternehmen wie Visa und Mastercard. Der Online-Umfragedienstleister Survey Monkey wurde bereits 1999 gegründet und erwirtschaftete in 2017 einen Umsatz von 218 Mio. Dollar, zum Halbjahr 2018 vermeldete Survey Monkey einen Umsatzanstieg von 13,8% auf 121,2 Mio. Dollar. Der Nettoverlust im ersten Halbjahr stieg auf 27,2 Mio. Dollar, gegenüber 19,1 Mio. Dollar im Vorjahr. Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf 317,3 Mio. Höchste Zeit also sich die Taschen und Kassen zu füllen. Anleger sollten deshalb Vorsicht üben.

Nachdruck aus Börse Online

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