Die IPO Profiteure

Die milliardenschweren IPOs von Uber, Lyft und Pinterest haben gezeigt, dass der Markt auch für Großemissionen aufnahmefähig ist. Der Nachrichtendienst Bloomberg rechnet dieses Jahr folgerichtig mit rund 300 US-Börsengängen und einem Emissionsvolumen von bis zu 50 Mrd. Dollar. Die Investmentbank Goldman Sachs, betont optimistisch, rechnet gar mit einem Rekordvolumen von 80 Mrd. Dollar. Doch in all der Euphorie schauen Anleger inzwischen genauer hin.

Die mit hohen Vorschusslorbeeren versehenen Emissionen von Uber und Lyft konnten bisher mit ihrer Kursentwicklung in den ersten Wochen nach Börsengang wenig überzeugen. Uber liegt mit knapp 10 Prozent und Lyft sogar mit rund 20 Prozent im Minus. Eine starke Performance hingegen legten Cloudsoftware Unternehmen wie Zoom Video und Pager Duty mit dreistelligen Kursgewinnen hin. Im Geburtsland der Burger schoss die Neuemission Beyond Meat mit einem Kursplus von über 200 Prozent den Vogel ab. Der Veggie-Bürger Hersteller fasziniert die Anleger mehr als die von Investmentbanken hochgelobten Fahrdienstleister. Für die führenden Investmentbanken sind IPOs ein glänzendes Geschäft. Einer aktuellen Untersuchung des Marktdatenanbieters Refinitiv zufolge flossen allein letztes Jahr 400 Mio. Dollar in die Kassen der IPO Banken.

Morgan Stanley – wichtiger Player bei Silicon Valley IPOs

Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan sind das dominierende Triumvirat auf diesem Sektor und vereinen 55 Prozent der gesamten Emissionserträge. Nach dem dotcom Crash Anfang der 2000er Jahre haben sich viele Institute aus dem volatilen Beratungsgeschäft mit Neuemissionen zurückgezogen. Zudem hat sich das Anforderungsprofil an die Banken stark gewandelt. Die Beratung beschränkt sich nicht mehr nur auf den Börsengang selbst, sondern weit davor. Goldman hat in den Vorjahren Uber über Privatplatzierungen und Kreditarragments Milliardenbeträge für das Wachstum beschafft. Goldman, Morgan Stanley und JPMorgan können dazu ihre wohlhabende Kundenbasis ansprechen, die für lukrative Deals empfänglich sind. Doch ausgerechnet Slack, das hochgelobte Messaging Startup, will nun sein mit Spannung erwartetes IPO im Juni wie Spotify in Form eines Direktlistungs ohne die Hilfe der Investmentbank Platzhirsche durchführen und sich so die horrenden Gebühren der Banken sparen.

Menü