Zuletzt nahm das IPO-Karussel mit Tech-Werten aus dem Silicon Valley deutlich an Fahrt auf. Meist aber angetrieben von eher „langweiligen“ Cloud-Softwareunternehmen wie die amerikanische Börsenseite Marketwatch jüngst kommentierte. Die Risikokapitalinvestoren im Valley investieren nach wie vor gerne in Internet und Software Startups, die deutlich weniger Kapitalkosten und Infrastruktur verlangen als Unternehmen, die Hardware entwickeln. Nicht ohne Grund kritisierte Investorenlegende Peter Thiel, der immerhin PayPal gründete und erster Investor von Facebook war, dieses Verhalten mit der Aussage: „Wir wollten fliegende Autos, bekamen aber stattdessen 140 Zeichen“. Doch in den vergangenen Wochen wagte mit dem Unicorn Bloom Energy just ein Hersteller von Brenstoffzellensystemen ein Unternehmen aus dem Bereich neue Energien den Sprung an die Börse. Das in Sunnyvale ansässige Unternehmen stellt sogenannte Energieserver aus vielen Brennstoffzellen her, die es Kunden wie Morgan Stanley und AT&T ermöglichen, vor Ort sauberen Strom zu erzeugen, selbst wenn das Versorgungsnetz zusammenbricht. Bloom Energy CEO Sridhar betonte denn auch am Tag des IPOs vor zwei Wochen an der Wall Street, dass das Unternehmen genau den Nerv der Zeit treffe: Das Unternehmen mache „Kunden glücklich“, in dem es saubere Energie, zuverlässig und günstiger als über das veraltete und anfällige amerikanische Stromnetz liefere. Bloom Energy profitiere laut Sridhar zudem von zwei großen Megatrends: dem Sprung aus dem mechanischen in das Digitialzeitalter, was immer mehr Energie notwendig mache, aber auch von dem großen Trend hin zu dezentaler Energieerzeugung. Neben den USA sieht Bloom Energy große Wachstumsmöglichkeiten in Entwicklungsländern, die noch über keine Energieinfrastruktur verfügten. Ähnlich wie in der Telefonie wo diese Länder das Festnetzzeitalter übersprungen und direkt auf die Mobilfunktechnologie gesetzt haben, geht Bloom Energy davon aus, dass die aufstrebenden Länder auf dezentrale Energieerzeugung und damit auf Produkte von Bloom Energy setzen werden. Immerhin bewiesen die Investoren der ersten Stunde einen langen Atem bei einem kumulierten Defizit von 2,3 Mrd. Dollar zum Börsengang.

Nachdruck aus Börse Online

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